Ocean's Annalen 2015 -                   Ein Colliewelpe erzählt ...

Hallo allerseits!

Mein Name ist Ocean, Deep Ocean, man nennt mich auch den blauen Prinzen, oder schlicht: Seine lümmelige Hoheit.

Im Moment bin ich noch der Jüngste im Team Dandelion, aber auch einer der Schlauesten, wenn nicht gar DER Schlaueste. Jedenfalls bin ich  ja gewiss nicht nur meiner Schönheit wegen dazu auserkoren, Euch nach all dem Fachgeschwafel zu berichten, wie die Wirklichkeit hier so aussieht.

Aber mal von vorne: Ende Januar dieses Jahres bin ich im zarten Alter von acht Wochen im wahrsten Sinne des Wortes hereingeschneit, denn es war ja noch Winter.  Astrid, meine Menschin, die hier die Rudelchefin ist, und Cinderella, eine traumschöne goldene Lady meiner Rasse, haben mich aus dem Spessart abgeholt und hierher zu den Dandelions gebracht. Kaum angekommen, wurde ich gleich von einer lustigen Truppe verschiedener Hunde und Katzen in Empfang genommen, und nach ausgiebiger Beschnüffelung haben die mich alle echt nett aufgenommen. Aber unter uns: ich hatte nur Augen für eine – für MEINE Cinderella! Kinder, war ich verliebt, und bin es bis heute. Schaut mal:                                      

Ich glaube zwar, sie sieht vorerst bloß das Kind in mir, aber, ganz ehrlich, ich habe da andere Gefühle – Ihr wisst  schon … Noch ist es mehr eine Ahnung, aber allein die fühlt sich schon toll an, und eines nicht allzu fernen Tages wird auch sie den Mann in mir riechen … Auf jeden Fall war es ein unglaublich warmes Gefühl, mich an sie zu kuscheln oder nachts an Astrid, die mich mit in ihr Bett nahm in den ersten Nächten, wo ich mich selig an ihren Hals schmiegte. Ich muss sagen, mit gleich zwei neuen Frauen, die sich so rührend um mein Wohl sorgten, vermisste ich meine Mama gar nicht wirklich.

Und es ist sooo spannend hier. Jeden Tag gibt es etwas zu entdecken, drei mal am Tag eine reichhaltige Mahlzeit, das Leben macht Spaß. Auch wenn ich schnell feststellen musste, dass man hier nicht immer alles machen darf, was einem in seinen noch so klugen Kopf kommt. Zum einen scheinen die Hundekumpels hier allesamt mehr zu sagen zu haben als meine blaue Wichtigkeit und maulen auch schon mal empfindlich laut, wenn ich ihr Futter doch nur mal kosten oder ihre Hundebetten ganz kurz ausprobieren will.  Zum anderen hat Astrid, die hier echt alles darf und überhaupt nie angemault wird, auch manchmal ihre Mucken und will partout nicht mit mir spielen – nachts zum Beispiel. Oder sie knurrt, bloß weil ich ihr ein bisschen auf die Sprünge helfen will, indem ich sie mal – ganz zart, ehrlich! – an den Haaren oder an der Hose zupfe.

Und das geht ja weiter: dann darfste dies nicht und das nicht. Nicht am Teppich kauen, an den Möbeln auch nicht, keine Zeitungen klauen und zerfetzen, nicht mal Handtücher umsortieren – ganz schön viele Hausregeln hier.

Aber das macht nichts. Erstens fällt mir IMMER was Neues ein, was noch nicht verboten ist, und zweitens gibt es jede Menge Spielzeug, Taue und Bälle, die man nach Herzenslust jagen und zerkauen darf. Und was (fast) immer geht, ist: Cinderella vernaschen, hmmm, das macht Laune! Sie quietscht dann immer so süß, wenn ich sie, nur aus Spaß, am Ohr knabbere – ich glaub, die mag das leiden … Und wenn ich älter bin, werde ich ihr zeigen, was NOCH so alles geht, Pfote drauf! Die reden hier zwar immer was von: warte mal ab, ob deine Zähne auch gerade wachsen (meine Güte, ich hab gerade erst den letzten Milchzahn ausgespuckt!) und ob deine Hüfte gut gebaut ist (wer hat da schon Zweifel,   bei DEM Körper!) und ob du dich beim Mentaltest auch gut benehmen kannst (zusammenreißen haben sie gesagt, wörtlich!), blabla … Ich seh das locker, wisst Ihr, denn wohin auch immer der Hase läuft, sie ist und bleibt meine erklärte Liebe, und wir haben eine Menge Spaß. Jeden Tag spielen, rennen und kuscheln wir zusammen, wollt Ihr mal sehen?:                                                                                                  

Nachts schlafen wir ganz dicht bei Astrid und fragen morgens mit unseren langen Collienasen feucht-zärtlich an, ob sie auch schon wach ist. Und dann ist sie es meistens tatsächlich, und wir freuen uns mit unseren anderen Kumpels, die immer noch länger dösen, weil sie schon echt alt sind, alle zusammen auf einen neuen schönen Tag.

Für heute verabschiede ich mich, aber ich werde die Lage hier im Auge behalten – und meine Prinzessin auch. Demnächst will sie zu einem Date mit Capitano reisen (weil ich für „sowas“ noch zu jung bin - angeblich!), und Ende August Mama werden.

Ob ich eifersüchtig bin? Na ja, ein wenig schon, aber der "Captain" ist zugegeben ein  hübscher Bursche, und eines ist gewiss: Sie wird zu mir zurückkommen, denn wir beide, wir LEBEN zusammen, für immer!  Und wenn lauter kleine Schönheiten wie sie geboren werden, wird es mir eine Ehre sein, sie gemeinsam mit ihr auf ein tolles Hundeleben vorzubereiten.                                                                      

Wenn sich was Neues tut, werde ich auf jeden Fall berichten …

So long,

Euer blauer Prinz Ocean

Sooo ..., es hat sich was Neues getan!

Wir schreiben Ende Juni 2015, ich bin jetzt halbstarke sieben Monate alt, vermelde erste Mannesgefühle und - den ersten Liebeskummer!

Alles begann damit, dass am letzten Samstag urplötzlich ein süßer Duft durch Haus und Garten strömte, der mich schier um meinen sonst so messerscharf analytischen Verstand und in meine Lendengegend ein seltsames Prickeln brachte. Mit meiner immerhin noch tadellos funktionierenden Nase war die Quelle schnell ausgemacht: Es war Cinderella, meine Prinzessin, die auf einmal so betörend duftete, dass ich mich kaum noch zu halten wusste. Genauer gesagt, versuchte ich es auch gar nicht erst. Das tat dann Astrid für mich. Sie meinte, ich befände mich im pubertären Hormonrausch. Mag ja sein -  ich weiß nur: So hat meine Prinzessin noch nie gerochen, Ehrenwort!

Doch damit nicht genug. Als ich am Sonntag morgen in aller Frühe erwachte, waren sie weg! Alle beide! Astrid und Cindy. Auch der Duft war kaum noch da. Mit einem Schlag war meine junge und bisher so unbeschwerte Welt eine andere geworden.

Obwohl meine Kumpel und ich hier zu Hause liebevoll versorgt und entertaint wurden, blieb eine tiefe Unruhe in mir. Das lag zweifellos daran, dass ich meine beiden Herzensladys nicht nur weit fort von mir, sondern zu allem Überfluss auch noch bei diesem feschen Bayernbuben Capitano wusste! Was der jetzt wohl mit meiner Prinzessin machte? Betörte sie auch ihn mit diesem neuen Duft? Spürte auch er dieses seltsame Lendenprickeln? Und warum war sie nicht einfach hier geblieben - in meinen jugendlichen Lenden regte sich doch auch schon etwas, für das ich mich keineswegs zu jung fühlte!! Vor ein paar Wochen hatte ich ihr Vorhaben noch locker gesehen, aber da ahnte ich auch noch nichts von solchen Gefühlen ...

Nun ja. Die Zeit wird kommen, wo sie wieder so duften und mir nicht mehr davonfahren wird - verlassts euch drauf, ihr Bayernburschen und sonstigen Loverboys!

In einem Punkt behielt ich dann aber recht: Nach einigen Tagen, in denen ich hier zum Ausgleich mal kurz das Kommando übernommen habe, kehrten sie zu mir zurück. War das eine Freude! Ich steckte meiner Prinzessin gleich die Nase ins hintere Fell, um nach diesem herrlichen Duft zu schnuppern, aber sie reagierte etwas ungehalten - vielleicht war sie auch einfach nur müde von der langen Fahrt.

 

Ob mit oder ohne Duft - ich bin heilfroh, die beiden wiederzuhaben!

Nun sind wir alle gespannt, ob das Rendezvous mit dem Bayern-Captain Früchte getragen hat und Cinderella uns in zwei Monaten lauter kleine Löwenzähnchen beschert, die jetzt vielleicht schon in ihr heranwachsen. Verraten hat sie noch nichts, aber ich behalte sie im Auge und sorge dafür, dass sie es kuschelig und bequem hat.

Ich melde mich, sobald ich mehr weiß.

Da bin ich wieder! Gewachsen und gereift und mit aktuellen News!

Gestern, am 22. Juli, waren Cinderella, Astrid und ich nämlich beim Ultraschall. Klar, dass ich meine Prinzessin zu so einem wichtigen Termin nicht alleine fahren lasse - obwohl die Blagen ja leider nicht von mir sind.

Blagen? - Jupp!! WIR sind schwanger!

Ich hab's ja gleich gewusst, schon als meine Cindy von ihrem Bayern-Date zurückkam mit diesem gewissen Funkeln in den Augen. Und dann ihr neuerdings total mädchenhaftes Gehabe beim Spielen. Sonst hatte sie immer Lust, aber jetzt liegt sie oft lieber einfach so in der Sonne und schaut verträumt in die Ferne. Bestimmt denkt sie an ihre Babys, die da schon recht propper in ihr wachsen - aber, ganz ehrlich: ich finde das laaaangweilig! Sie kann sich doch noch genug mit denen beschäftigen, wenn sie erst einmal auf der Welt sind, aber jetzt hat sie doch noch mich!

"Zeig doch mal! Wo sind denn die Babys?"

Eines ist aber ganz praktisch: Weil ihr neuerdings oft schlecht ist, mäkelt sie immer so an ihrem Futter herum, dass sie ständig neue Köstlichkeiten (Hühnchen - mmmh!) gereicht bekommt, und wenn sie die dann auch verschmäht, stehe ich gerne parat (will sagen: mit geöffnetem Maul direkt daneben), um sie bereitwillig zu "entsorgen".

 

Na ja, und unter den Babys werden ja wohl hoffentlich auch ein paar coole Jungs sein, die mit mir gemeinsam den Laden hier wieder so'n bisschen aufmischen ...

Bevor das Überraschungspaket ankommt, hat Astrid mir aber noch ein paar schöne Asuflüge versprochen, wo wir andere Collies treffen werden und - Wölfe! Die schwangere Prinzessin bleibt dann zu Hause und kann sich pflegen, träumen und mit den Oldies in der Sonne liegen.

Ich werde Euch auf jeden Fall berichten.

Bis dann, Euer blauer Prinz Ocean

PRINZ DER HERZEN und BLAUKÄPPCHEN UND DIE VIELEN WÖLFE

 

Hallo Leute!

Wir haben Anfang August, und da sich schwangerschaftsmäßig momentan nichts Aufregendes tut, berichte ich Euch heute mal in eigener Sache. Ich habe nämlich aufregende Tage hinter mir. 

Am Sonntag früh fuhren Astrid und ich in die Heide, wo sich unglaublich viele Collie-Kollegen auf einer großen Wiese trafen. Erst dachte ich ja, die seien alle zum Spielen gekommen und wollte sofort hinrennen, aber Toben war dummerweise gar nicht angesagt.

Stattdessen schien insbesondere eine englisch sprechende Dame echtes Interesse an mir zu haben. Sie lobte mein wunderschönes Fell, meine Oberlinie, schaute mir ins Maul und ... ähem ... zwischen die Hinterbeine und kraulte mir dann so nett hinter den Ohren, dass ich ihr als Ausdruck meines Wohlbehagens einen dankbaren Schmatzer auf die Wange gab. Ganz verzückt hörte ich sie sagen: "Oh, he is very friendly!", was sogar schriftlich zu Protokoll genommen wurde. Wer mich kennt, weiß natürlich, dass Küssen nur eine meiner zahlreichen Stärken ist ;).

 

Überhaupt waren mir bei diesem Treffen ziemlich viele Leute ausgesprochen wohlgesonnen und wollten ständig in meinen blütenweißen Kragen fassen - nach kurzer Zeit hatte ich schon einen richtigen Fan-Club. Ich fand's toll - obwohl ich zugeben muss, dass ich irgendwann total müde wurde und ich im Schatten ein kleines Nickerchen nahm. So verpennte ich um ein Haar glatt die Siegerehrung, wo Astrid - stellvertretend für meine Prinzenwichtigkeit - eine bissfeste Goldmedaille entgegen nahm.

Anständigerweise hat sie die Auszeichnung aber gleich an mich weiter gegeben ...

Danach ging's auch bald auf die Heimfahrt, auf der ich - ganz gegen meine sonstige Gewohnheit - keinen Muckser mehr von mir gab.

Zwei Tage später war alle Müdigkeit verflogen, und wieder stand ein toller Ausflug auf dem Programm. Die Hundekumpel blieben mit der schwangeren Auster  und ihrer Hunde-Nanny zu Hause, während Astrid und ich nach Dörverden fuhren, wo wir mit 29 anderen Collies und ihren Zweibeinern ein Wolfcenter besuchten.

Wolfcenter sagte mir zunächst noch nicht viel, und so spazierte ich nichtsahnend fröhlich hinein.

 

An einem Wald mit riesigem Zaun blieben wir stehen, und plötzlich plumpste mir mein Prinzenherz so schnell in die nicht vorhandene Hose, dass ich mich spontan umdrehte und den Ausflug für beendet erklären wollte: Die Meute wilder grauer Wölfe, die da zähnefletschend auf uns zuschoss, ließ mich den Zaun zwischen uns völlig vergessen und eine reflexartige Entscheidung treffen: Astrid, wir gehen!! Sanft und seltsamerweise total unbeeindruckt erinnerte sie mich daran, dass eigentlich sie ja das Sagen hat, und so ließ ich mich überreden, mir die grauen Gesellen genauer anzusehen. Diese hatten sich mittlerweile auch wieder beruhigt und trabten locker, vor allem aber AUF DER ANDEREN SEITE DES ZAUNS vondannen, um sich auf einer sonnenbeschienenen Lichtung niederzulassen.     

Mit der Entfernung wurde auch ich ruhiger und stellte abschließend fest, dass ich eben doch ein Held bin! An den riedengroßen Hudson Bay Wölfen trabte ich hernach sogar (fast) ohne zu zucken locker vorbei ...

Wie ich hörte, gehören alle diese Wölfe ja sogar zur Rasse unserer Vorfahren, und wenn ich sie mal unvoreingenommen betrachtete, stellte ich tatsächlich verblüffende Ähnlichkeiten fest. Als sie dann aber plötzlich alle zusammen ein markerschütterndes Wolfsgeheul anstimmten, regten sich in mir doch wieder einige Zweifel an unserer Verwandtschaft...

Alles in allem war es ein schöner, erlebnisreicher Tag, und vor Wölfen nicht einfach davongelaufen zu sein, kann nun wahrlich nicht jeder von sich behaupten!

                              ES TUT SICH WAS IM WELPENZIMMER

 

Zwei Wochen sind es jetzt noch, bis Cinderella uns ihre Löwenzähnchen beschert, und meine Prinzessin hat sich schon ziemlich mütterlich verändert: ihr Bauch wächst, ihre Zitzen füllen sich mit Milch und ihre Augen sehen jetzt immer öfter verträumt in die Ferne oder irgendwohin in ihr Inneres...

Ihre Schönheit ist nach wie vor bezaubernd wie Ihr seht, nur spielen mag sie nicht mehr so recht, und wenn, dann am liebsten im Liegen.

Als Gentleman nehme ich natürlich Rücksicht (auch wenn es manchmal echt schwer ist, ein Gentleman zu sein). Schon blöder finde ich, wenn sie sich jetzt immer wieder mal meditierend in ihr Welpenzimmer zurückzieht und ich mit den anderen draußen warten muss.

Sehen kann ich sie aber immer noch durch das Türgitter, und ich weiche keine Sekunde von diesem Platz, wenn Astrid mit ihr in der neuen Wurfkiste kuschelt und tuschelt. Irgendwann wird es ihnen ja doch langweilig, und dann kommen sie wieder raus und haben wieder richtig viel Zeit für mich und die Oldies.

Alle zusammen sind wir sehr gespannt auf das Kommende, und wenn meine Prinzessin noch schwangerer wird, melde ich mich wieder mit neuen Bildern ...

Psssst ..., soll ich Euch mal ein ganz intimes Foto zeigen?:

51. Trächtigkeitstag - und schon ist die Milchbar eröffnet!

Aber macht Euch keine Sorgen, ich habe meine Prinzessin IMMER sehr genau im Blick und passe auf sie auf!

Schaut mal genau hin: Ich bin wirklich immer in ihrer Nähe!
"Du, Cindy, aber wenn du nicht mehr schwanger bist und die Babys groß sind, dann spielen wir wieder, okay?"

                                                             SONNTAGSKINDER !

Leute, was soll ich Euch sagen!? Hier ging vorgestern Nacht echt die Post ab!

Cindy benahm sich den ganzen Tag schon ziemlich merkwürdig, beachtete mich überhaupt nicht mehr, sondern klebte bloß noch an Astrid. Buchstäblich keinen Schritt ging sie mehr ohne sie

und kampfschmuste sich derart an sie heran, wie es sonst eigentlich mein ausgemachtes (wenn auch höchstselbst eingeführtes) Privileg ist.

Abends dann lag sie nur noch auf Astrids Bett im Welpenzimmer und versuchte, unter den Kissen Höhlen zu bauen.

 

Ich hätte ja allzu gerne mitgemacht, aber ich durfte nicht mal mit ins Zimmer, geschweige denn ins Bett! Ich kapierte hier langsam überhaupt nichts mehr ... ... Lange behielt ich die Lage wie immer im Blick, doch irgendwann überfiel mich doch die Müdigkeit und ich trollte mich auf meinen Platz im Schlafzimmer nebenan.

Mitten in der Nacht gingen die beiden plötzlich in den Garten. Ich sprang natürlich fröhlich mit und dachte, jetzt spielen wir aber mal `ne Runde - doch nein, wieder nix. Ruck zuck waren die zwei wieder im Welpenzimmer verschwunden, wo nun seltsamerweise überhaupt nicht mehr das Licht ausging.

Mit einem seufzenden Blick auf die Uhr verschob ich ich die Lösung des Rätsels auf später und verschwand wieder im Land der Träume.

Bis ..., ja, bis ich um viertel vor drei Uhr - es war nun schon Sonntag, der 23. August - von einem so unbekannt wie eindringlichen Fiepen geweckt wurde. Die anderen hatten es auch gehört, gemeinsam versammelten wir uns vor der Gittertür und spähten ins Welpenzimmer.

Was wir da sahen, war schon eine große Sache! Cindy hatte ihren ersten Sohn geboren und war völlig hin und weg!    

Wir durften den kleinen Al Pacino zwar vorerst nur aus der Entfernung betrachten, aber er schien mir ein Supertyp zu sein: lackschwarz, hungrig und mit einem ziemlich kräftigen Stimmchen.

Und der Zauber ging noch weiter. Genau eine Stunde später rutschte Cindys Tochter auf unsere Welt: Allona Loona, genau so schwarz und kräftig wie ihr Bruder, aber mit lustigen weißen Flecken auf dem Rücken. Bei ihr scheint der Gott der Hunde ein besonderes Kunstwerk im Sinn gehabt zu haben, denn über das Gesicht und den großen Kragen ist ihm die weiße Farbe bis auf den Rücken gelaufen.

Ich bin sooo gespannt, wie unsere beiden Sonntagskinder duften, wenn ich sie mal näher beschnuppern darf. Noch können sie meine blaue Prinzenwichtigkeit ja nicht mal sehen, weil ihre Augen noch zu sind. Astrid meint aber, das kommt schon noch ... ...

                                                KREISLAUF DES LEBENS

Heute möchte ich Euch von einem Freund erzählen, von Ufuk, unserem Rudelältesten. Er war kein Collie - er gehörte überhaupt keiner bestimmten Rasse an, aber er hatte einen edleren Charakter als ihn die meisten von uns je haben werden. Vor allem übernahm er Verantwortung für die, die er liebte. Er hätte uns immer beschützt, selbst dann noch, als er schon nicht mehr gut laufen konnte und ihm jeder Weg mühsam wurde. Wir wussten das, und deshalb war er unser unumstrittener Chef.

Verantwortung tragen für die, die man liebt - das heißt aber auch, sie gehen zu lassen, wenn sie am Ende ihrer Kräfte sind.

Und so haben wir vorgestern unseren Ufuk über die Regenbogenbrücke gehen lassen, dorthin, wo es keine Krankheiten gibt und keine Schmerzen, keinen Kummer und kein Leid. Wir Hunde wissen von dieser anderen Welt jenseits des Regenbogens von Geburt an, denn anders als die Menschen vergessen wir das Land unserer Herkunft nicht, in das wir nach unserer Reise auf der Erde zurückkehren.

Wir alle, die um ihn waren, wussten also, dass es Ufuk bald wieder viel besser gehen würde und waren deshalb ganz ruhig, als er diese Reise hier in seinem vertrauten Hundebett antrat. Astrid schien es aber nicht ganz so genau zu wissen, denn sie weinte viele Tränen um ihren alten Freund, als er, den Kopf in ihre Hände gebettet, einschlief.

Die Menschen haben immer solche Angst vor dem Tod, als sei er etwas ganz Schreckliches, aber das ist er nicht. Traurig sein müssen wir nicht, weil wir uns Sorgen um den Reisenden machen müssen, sondern nur, weil wir nun eine Zeit lang ohne ihn auskommen müssen - solange nämlich, bis auch wir eines Tages unsere irdische Zeit hier beenden und unsere letzte Reise in diese andere Welt antreten werden. Dann aber wird es ein großes, glückliches Wiedersehen geben, ein Tanzen und ein Freudengebell, wenn unsere vorausgegangenen Freunde uns entgegenspringen werden, gesund und unbeschwert, und wir auf immer vereint sein werden.

Genau so ist Ufuk dort jetzt empfangen worden, allen voran von Sheila, seiner Schäferhundfreundin aus früheren Tagen, die ihm vor neun Jahren vorausgegangen ist.

Manchmal springen wir um sein Grab unter dem Holunderbusch oder liegen einfach still in der Nähe, und dann  freuen wir uns, wenn seine Seele uns zuwinkt.

Nur Astrid weint immer noch - ich werde ihr das von dem großen, fröhlichen Wiedersehen noch einmal ganz genau erklären müssen ... ...

Unsere Hundekinder sind heute eine Woche alt geworden, sie beginnen ihre Lebensreise auf dieser Erde jetzt erst, und bis sie Ufuk wiedersehen, werden hoffentlich noch viele viele Jahre voller Glück und Liebe vergehen.

Euer heute mal etwas philosophisch gestimmter Ocean

                                                          PLÖTZLICH ZIEHPAPA

Ich hab' sie gesehen!! So ganz von Nahem und richtig mit der Nase. Die Babys sind gute zwei Wochen alt, und wow, sind die toll! Und das sage ich nicht bloß, weil Cinderella meine Prinzessin ist und ich gewisse Vatergefühle nicht verleugnen kann - immerhin werde ich fortan Ziehvater sein.

In jedem Fall war es ein großes Erlebnis, als mir gestern Einlass ins Separée gewährt wurde, wo Cindy mir stolz ihre wohlgeratenen Kinder präsentierte. Ich machte Augen! Al Pacino und Allona Loona kamen auch gleich neugierig angetappst, und schnüffelnd und leckend haben wir uns kennen gelernt.

Und das Beste: Während wir so schauten, flüsterte sie mir zärtlich ins Ohr, dass wir beide auch eines Tages solche hübschen Colliekinder haben werden.

Yeaah!!! Keine Frage, Mylady, lass mich man erst groß (noch größer) werden und alle Papiere und Untersuchungen beisammen haben ... ...!!

Wir schreiben nun Mitte September 2015, ich bin neun einhalb Monate alt und wollte Euch - in aller mir eigenen Bescheidenheit! - nur mal zeigen, dass hier nicht nur Cindy's Kinder wachsen und gedeihen - schaut mal:

                                                    ANFANG UND ENDE

Liebe Leser, wir schreiben nun November des Jahres 2015, und selten sind wohl in einem Jahr Anfang und Ende, Leben und Tod, Freud und Leid so nah beieinander gewesen.

Es ist still geworden bei den Dandelions.  Cindy`s Kinder sind flügge geworden und in ein aufregendes wie behütetes Leben bei liebevollen neuen Familienrudeln gestartet - wir freuen uns für sie, denn so soll es ja sein: Alle Kinder sollten sichere, starke Löwenzahnwurzeln haben und dann, wenn sie Pusteblumen geworden sind, fröhlich in die Welt hinaus fliegen.

Was aber ebenfalls zum Leben gehört, ist, dass auch Löwenzähnchen  und Pusteblumen einmal  krank  werden können oder alt oder sich verfliegen. Dann kommen sie an eben jene Regenbogenbrücke, über die vor zwei Monaten erst unser Ufuk gegangen ist, und die bunt und strahlend in das Land jenseits dieser Welt führt , wo alle Liebenden sich wiedertreffen, alle Krankheiten und Wunden verheilt und alle irdischen Gesetze von Raum und Zeit aufgehoben sind. 

Trotzdem bleibt für die in dieser Welt Zurückgebliebenen eine große Traurigkeit, denn sie können ja nicht mitgehen in das jenseitige Land. Noch nicht. Und sie vermissen den Gegangenen natürlich, der solange ihr Gefährte war. Genau so, wie wir ja sogar die Hundekinder vermissen, selbst wenn die gar nicht so weit weg in einer wunderbaren neuen Welt leben.

Ganz besonders  aber vermissen wir alle jetzt auch noch unseren Leopold, der vor wenigen Tagen viel zu rasch  über die Regenbogenbrücke zu seinem alten Freund Ufuk gereist ist, nachdem er ganz plötzlich  sehr krank geworden war.

 

Er war ein Labrador und unser aller Fels in der Brandung. Jeden Schutzbedürftigen, ob Mensch, Hund oder Katze, nahm er unter seine Fittiche, instinktiv kuschelte sich ein jeder an ihn, wenn er traurig war. Mit Ufuk verband ihn eine langjährige Hundefreundschaft, vielleicht ist er ihm ja deshalb, im Alter von 11 Jahren und 4 Monaten, so schnell über die Regenbogenbrücke gefolgt ...

Leo war aber noch viel mehr: Weltbester Apportierer (ich bemühe mich, ihm nachzueifern), Gehorsamkeitsfanatiker (für ihn war die Leine eine überflüssige Erfindung, wogegen mit mir ob meines jugendlichen Temperamentes gelegentlich ja schon mal die Gäule durchgehen ..), gelebte Treue auf vier Pfoten (Astrid ließ er keine Sekunde aus den Augen, nahm buchstäblich alles in Kauf, nur um direkt neben ihr zu sein, während ich ja finde, dass das nicht unbedingt im strömenden Regen sein muss, insbesondere, wenn in Sichtweite ein schützendes Dach ist).

Ich versuche ehrlich mein Bestes, aber Leopold zu toppen wird echt schwer für so ein jugendliches Heißblut wie mich.

Machs gut, großer Freund, wir haben dich alle begleitet auf deinem letzten irdischen Weg, und auch dort, wo du jetzt bist, bist du nicht allein, sondern tobst mit Ufuk und Sheila über himmlische Wiesen.

Wir spüren deine Seele um uns, ein Teil von dir bleibt für immer in diesem Haus.

Und wenn nach all den Abschieden die Tränen getrocknet  sind, wird im Frühling hoffentlich auch wieder neues Leben einziehen bei den Dandelions und der Kreislauf wieder von vorn beginnen.

 

So long, Euer Ocean

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